SCRUTATIO

Sonntag, 30 August 2026 - San Felice ( Letture di oggi)

Klagelieder 3


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EINHEITSUBERSETZUNG BIBELMenge Bibel
1 Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat
durch die Rute seines Grimms.
1 Ich bin der Mann, der Elend erlebt hat durch die Rute seines (d.h. des göttlichen) Zornes;
2 Er hat mich getrieben und gedrängt
in Finsternis, nicht ins Licht.
2 mich hat er geführt und getrieben in Finsternis und tiefes Dunkel;
3 Täglich von neuem kehrt er die Hand
nur gegen mich.
3 nur (oder: ja) gegen mich kehrt er immer wieder seine Hand Tag für Tag!
4 Er zehrte aus mein Fleisch und meine Haut,
zerbrach meine Glieder,
4 Mein Fleisch und meine Haut hat er hinschwinden lassen, meine Glieder zerschlagen;
5 umbaute und umschloss mich
mit Gift und Erschöpfung.
5 aufgetürmt hat er rings um mich Gift (= Unheil) und Mühsal;
6 Im Finstern ließ er mich wohnen
wie längst Verstorbene.
6 in Finsternis hat er mich versenkt wie die ewig Toten.
7 Er hat mich ummauert, ich kann nicht entrinnen. Er hat mich in schwere Fesseln gelegt.7 Er hat mich ummauert, daß ich keinen Ausweg habe, mich mit schweren Ketten beladen;
8 Wenn ich auch schrie und flehte,
er blieb stumm bei meinem Gebet.
8 ob ich auch schreie und rufe: er verschließt sich meinem Flehen.
9 Mit Quadern hat er mir den Weg verriegelt,
meine Pfade irregeleitet.
9 Er hat meine Wege mit Quadersteinen vermauert, meine Pfade ungangbar gemacht.
10 Ein lauernder Bär war er mir,
ein Löwe im Versteck.
10 Ein lauernder Bär ist er mir gewesen, ein Löwe im Versteck.
11 Er hat mich vom Weg vertrieben,
mich zerfleischt und zerrissen.
11 Er hat mich auf Irrwegen wandeln lassen und mich zerfleischt, mich verstört (= einsam gemacht);
12 Er spannte den Bogen und stellte mich hin
als Ziel für den Pfeil.
12 er hat seinen Bogen gespannt und mich als Zielscheibe hingestellt für seine Pfeile,
13 In die Nieren ließ er mir dringen
die Geschosse seines Köchers.
13 hat die Söhne (= den Inhalt) seines Köchers mir ins Herz dringen lassen.
14 Ein Gelächter war ich all meinem Volk,
ihr Spottlied den ganzen Tag.
14 Meinem ganzen Volk bin ich zum Hohn geworden, ihr Spottlied den ganzen Tag;
15 Er speiste mich mit bitterer Kost
und tränkte mich mit Wermut.
15 mit Bitternissen hat er mich gesättigt, mit Wermut mich getränkt.
16 Meine Zähne ließ er auf Kiesel beißen,
er drückte mich in den Staub.
16 Meine Zähne hat er mich an Kieseln zerbeißen lassen, mich in den Staub niedergetreten (oder: in die Asche niedergedrückt).
17 Du hast mich aus dem Frieden hinausgestoßen;
ich habe vergessen, was Glück ist.
17 Du hast meiner Seele den Frieden entrissen, so daß ich verlernt habe, glücklich zu sein,
18 Ich sprach: Dahin ist mein Glanz
und mein Vertrauen auf den Herrn.
18 und ausrufe: »Dahin ist meine Lebenskraft und verloren meine Hoffnung (oder: mein Vertrauen) auf den HERRN!«
19 An meine Not und Unrast denken
ist Wermut und Gift.
19 Gedenke meines Elends und meiner Irrsale, des Wermuts und des Gifts!
20 Immer denkt meine Seele daran
und ist betrübt in mir.
20 Ohne Unterlaß denkt meine Seele daran und ist gebeugt in mir.
21 Das will ich mir zu Herzen nehmen,
darauf darf ich harren:
21 Dies will ich mir zu Herzen nehmen und darum der Hoffnung leben:
22 Die Huld des Herrn ist nicht erschöpft,
sein Erbarmen ist nicht zu Ende.
22 Die Gnadenerweisungen des HERRN sind noch nicht erschöpft, sein Erbarmen ist noch nicht zu Ende;
23 Neu ist es an jedem Morgen;
groß ist deine Treue.
23 alle Morgen sind sie neu, groß ist deine Treue.
24 Mein Anteil ist der Herr, sagt meine Seele,
darum harre ich auf ihn.
24 »Der HERR ist mein Teil!« bekennt meine Seele; drum will ich auf ihn hoffen.
25 Gut ist der Herr zu dem, der auf ihn hofft,
zur Seele, die ihn sucht.
25 Gütig ist der HERR gegen die, welche auf ihn harren, gegen ein Herz, das ihn sucht.
26 Gut ist es, schweigend zu harren
auf die Hilfe des Herrn.
26 Gut ist es, geduldig zu sein und schweigend zu warten auf die Hilfe des HERRN.
27 Gut ist es für den Mann,
ein Joch zu tragen in der Jugend.
27 Gut ist es für jeden, das Joch schon in seiner Jugend tragen zu lernen;
28 Er sitze einsam und schweige,
wenn der Herr es ihm auflegt.
28 er sitze einsam und schweige, wenn (oder: weil) der HERR es ihm auferlegt!
29 Er beuge in den Staub seinen Mund;
vielleicht ist noch Hoffnung.
29 Er neige seinen Mund in den Staub hinab: vielleicht ist noch Hoffnung vorhanden;
30 Er biete die Wange dem, der ihn schlägt,
und lasse sich sättigen mit Schmach.
30 er biete ihm, wenn er ihn schlägt, die Wange dar, lasse sich mit Schmach sättigen!
31 Denn nicht für immer
verwirft der Herr.
31 Denn nicht auf ewig verstößt der HERR,
32 Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder
nach seiner großen Huld.
32 sondern, wenn er Trübsal verhängt hat, erbarmt er sich auch wieder nach seiner großen Güte;
33 Denn nicht freudigen Herzens
plagt und betrübt er die Menschen.
33 denn nicht aus Lust plagt und betrübt er die Menschenkinder.
34 Dass man mit Füßen tritt
alle Gefangenen des Landes,
34 Wenn man mit Füßen niedertritt alle Gefangenen der Erde (oder: des Landes),
35 dass man das Recht des Mannes beugt
vor dem Antlitz des Höchsten,
35 wenn man das Recht eines Mannes beugt vor den Augen des Höchsten,
36 dass man im Rechtsstreit den Menschen bedrückt,
sollte der Herr das nicht sehen?
36 wenn man einen Menschen in seinem Rechtsstreit (oder: vor Gericht) ins Unrecht setzt: sollte das der Herr nicht beachten?
37 Wer hat gesprochen und es geschah?
Hat nicht der Herr es geboten?
37 Wer kann denn befehlen, daß etwas geschehe, ohne daß der Herr es geboten hat?
38 Geht nicht hervor aus des Höchsten Mund
das Gute wie auch das Böse?
38 Geht nicht aus dem Munde des Höchsten das Glück wie das Unglück hervor?
39 Wie dürfte denn ein Lebender klagen,
ein Mann über die Folgen seiner Sünden?
39 Was klagt (also) der Mensch, solange er lebt? Ein jeder klage über seine Sünden!
40 Prüfen wir unsre Wege, erforschen wir sie
und kehren wir um zum Herrn.
40 Laßt uns unsern Wandel prüfen und erforschen und zum HERRN umkehren!
41 Erheben wir Herz und Hand
zu Gott im Himmel.
41 Laßt uns unser Herz mitsamt den Händen erheben zu Gott im Himmel!
42 Wir haben gesündigt und getrotzt;
du aber hast nicht vergeben.
42 Wir sind es, die abtrünnig und ungehorsam gewesen sind; du aber hast nicht verziehen,
43 Du hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt,
getötet und nicht geschont.
43 hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt, hingerafft ohne Schonung;
44 Du hast dich in Wolken gehüllt,
kein Gebet kann sie durchstoßen.
44 du hast dich in Gewölk gehüllt, so daß kein Gebet hindurchdringen konnte;
45 Zu Unrat und Auswurf hast du uns gemacht
inmitten der Völker.
45 zu Kehricht und zum Abscheu hast du uns gemacht inmitten der Völker.
46 Ihren Mund rissen gegen uns auf
all unsre Feinde.
46 Es haben den Mund gegen uns aufgerissen all unsere Feinde;
47 Grauen und Grube wurde uns zuteil,
Verwüstung und Verderben.
47 Grauen und Grube sind uns zuteil geworden, Verwüstung und Untergang!
48 Tränenströme vergießt mein Auge
über den Zusammenbruch der Tochter, meines Volkes.
48 Wasserbäche läßt mein Auge rinnen über die Zertrümmerung der Tochter meines Volkes.
49 Mein Auge ergießt sich und ruht nicht;
es hört nicht auf,
49 Mein Auge ergießt sich ruhelos in Tränen ohne Aufhören,
50 bis der Herr vom Himmel her
sieht und schaut.
50 bis (oder: damit endlich) der HERR vom Himmel herniederschaue und dareinsehe.
51 Mein Auge macht mich elend
vor lauter Weinen in meiner Stadt.
51 Was ich sehen muß, versetzt mich in Trauer um aller Töchter meiner Stadt willen.
52 Wie auf einen Vogel machten sie Jagd auf mich,
die ohne Grund meine Feinde sind.
52 Ach! Wie einen Vogel haben die mich gejagt, die mir ohne Ursache feind sind;
53 Sie stürzten in die Grube mein Leben
und warfen Steine auf mich.
53 sie haben mich in die Grube gestoßen, um mein Leben zu vernichten, und haben Steine auf mich geworfen:
54 Das Wasser ging mir über den Kopf;
ich sagte: Ich bin verloren.
54 die Wasser schlugen mir über dem Haupt zusammen; ich dachte: »Mit mir ist’s aus!«
55 Da rief ich deinen Namen, Herr,
tief unten aus der Grube.
55 Da rief ich deinen Namen an, HERR, tief unten aus der Grube,
56 Du hörst meine Stimme.
Verschließ nicht dein Ohr
vor meinem Seufzen, meinem Schreien!
56 und du hast mich gehört, als ich zu dir flehte: »Verschließ dein Ohr nicht meinem Hilferuf!«
57 Du warst nahe am Tag, da ich dich rief;
du sagtest: Fürchte dich nicht!
57 Du hast dich mir genaht, als ich dich anrief, hast mir zugerufen: »Fürchte dich nicht!«
58 Du, Herr, hast meine Sache geführt,
hast mein Leben erlöst.
58 Du, o HERR, hast meine Sache geführt, hast mein Leben gerettet;
59 Du, Herr, hast meine Bedrückung gesehen,
hast mir Recht verschafft.
59 du, o HERR, hast meine Unbill (oder: Unterdrückung) gesehen: verhilf mir zu meinem Recht!
60 Du hast gesehen ihre ganze Rachgier,
all ihr Planen gegen mich.
60 Du hast all ihre Rachgier gesehen, all ihre Anschläge gegen mich,
61 Du hast ihr Schmähen gehört, o Herr,
all ihr Planen gegen mich.
61 hast, o HERR, ihr Schmähen gehört, all ihre Anschläge gegen mich,
62 Das Denken und Reden meiner Gegner
ist gegen mich den ganzen Tag.
62 das Gerede meiner Widersacher und ihre täglichen Ränke gegen mich.
63 Blick auf ihr Sitzen und Stehen!
Ein Spottlied bin ich für sie.
63 Gib acht auf ihr Sitzen und ihr Aufstehen (= ihr ganzes Tun und Gebaren): ihr Spottlied bin ich!
64 Du wirst ihnen vergelten, Herr,
nach dem Tun ihrer Hände.
64 Du wirst ihnen vergelten, HERR, wie ihre Taten es verdienen,
65 Du wirst ihren Sinn verblenden.
Dein Fluch über sie!
65 wirst ihnen Verblendung ins Herz geben: dein Fluch komme über sie!
66 Du wirst sie im Zorn verfolgen und vernichten
unter deinem Himmel, o Herr.
66 Du wirst sie im Zorn verfolgen und sie vertilgen unter Gottes (= deinem) Himmel hinweg!