SCRUTATIO

Giovedi, 3 settembre 2026 - San Gregorio Magno ( Letture di oggi)

Jeremiæ 2


font
NOVA VULGATAMenge Bibel
1 Et factum est verbum Domini ad me dicens:
1 Nun erging das Wort des HERRN an mich folgendermaßen:
2 “ Vade et clama in auribus Ierusalem dicens:
Haec dicit Dominus:
Recordatus sum tui, caritatis adulescentiae tuae
et amoris desponsationis tuae,
quando secuta es me in deserto,
in terra, quae non seminatur.
2 »Gehe hin und rufe (dem Volk in) Jerusalem laut in die Ohren: ›So hat der HERR gesprochen: Ich gedenke an die Holdseligkeit (oder: Zuneigung) deiner Jugend, deine bräutliche Liebe, wie du hinter mir herzogst in der Wüste, im unwirtlichen Lande.
3 Sanctus Domino Israel,
primitiae frugum eius;
omnes, qui devorabant eum, delinquebant;
mala veniebant super eos,
dicit Dominus.
3 Geheiligt war Israel (damals) dem HERRN, sein Erstlingsabhub von der Ernte; alle, die sich an ihm vergriffen, mußten es büßen: Unheil kam über sie‹« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
4 Audite verbum Domini, domus Iacob
et omnes cognationes domus Israel.
4 Vernehmt das Wort des HERRN, ihr vom Hause Jakob und alle ihr Geschlechter des Hauses Israel!
5 Haec dicit Dominus:
Quid invenerunt patres vestri in me iniquitatis,
quia elongaverunt a me
et ambulaverunt post vanitatem
et vani facti sunt?
5 So hat der HERR gesprochen: »Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie sich von mir losgesagt haben und der Nichtigkeit (= den nichtigen Götzen) nachgelaufen und auf Nichtiges verfallen (oder: zunichte geworden) sind?
6 Et non dixerunt: “Ubi est Dominus,
qui ascendere nos fecit de terra Aegypti,
qui traduxit nos per desertum,
per terram inhabitabilem et inviam,
per terram sitis et caliginis,
per terram, in qua non ambulavit vir,
neque habitavit homo?”.
6 Sie fragten nicht mehr: ›Wo ist der HERR, der uns aus Ägyptenland hergeführt, der uns durch die Wüste geleitet hat, durch ein Land der Steppen und Schluchten, durch ein Land der Dürre und des Dunkels, durch ein Land, das kein Wanderer durchzieht und in welchem kein Mensch Wohnung nimmt?‹
7 Et induxi vos in terram hortorum,
ut comederetis fructum eius et optima illius;
et ingressi contaminastis terram meam
et hereditatem meam posuistis in abominationem.
7 Als ich euch dann in das Land der Fruchtgefilde gebracht hatte, damit ihr dessen Früchte und Segen (= Güter) genösset, da seid ihr hineingekommen und habt mein Land entweiht und mein Besitztum zu einer Greuelstätte gemacht!
8 Sacerdotes non dixerunt:
“Ubi est Dominus?”.
Et tractantes legem nescierunt me,
et pastores praevaricati sunt in me,
et prophetae prophetaverunt in Baal
et, quae nihil prosunt, secuti sunt.
8 Die Priester fragten nicht: ›Wo ist der HERR?‹, und die Hüter des Gesetzes kannten mich nicht, die Hirten (= Führer) des Volkes fielen von mir ab, und die Propheten weissagten durch den Baal (oder: im Namen Baals) und liefen den Götzen nach, die doch nicht zu helfen vermögen.
9 Propterea adhuc iudicio contendam vobiscum,
ait Dominus,
et cum filiis filiorum vestrorum disceptabo.
9 Darum muß ich noch weiter mit euch ins Gericht gehen« – so lautet der Ausspruch des HERRN – »und werde noch mit euren Kindeskindern ins Gericht gehen!«
10 En transite ad insulas Cetthim et videte
et in Cedar mittite et considerate vehementer
et videte, si factum est huiuscemodi:
10 »Denn fahrt doch nach den Gestaden der Kitthäer hinüber und überzeugt euch dort, sendet nach Kedar, erkundigt euch genau und seht zu, ob so etwas jemals geschehen ist:
11 si mutavit gens deos,
et certe ipsi non sunt dii;
populus vero meus mutavit gloriam suam
in id, quod nihil prodest.
11 ob je ein Volk seine Götter umgetauscht hat – und die da sind nicht einmal Götter! Aber mein Volk hat seinen Ruhm (oder: seine Ehre = seinen herrlichen Gott) vertauscht gegen ohnmächtige Götzen!
12 Obstupescite, caeli, super hoc
et inhorrescite supra modum,
dicit Dominus.
12 Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, schaudert und werdet starr vor Erstaunen!« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
13 Duo enim mala fecit populus meus:
me dereliquerunt fontem aquae vivae,
ut foderent sibi cisternas,
cisternas dissipatas,
quae continere non valent aquas.
13 »Denn zwiefaches Unrecht hat mein Volk begangen: mich, den Born lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich gegrabene Brunnen (d.h. Zisternen) anzulegen, löcherige Brunnen, die das Wasser nicht halten!«
14 Numquid servus est Israel
aut vernaculus?
Quare ergo factus est in praedam?
Super eum rugierunt leones
14 »Ist denn Israel ein Knecht (= Sklave) oder ein Sklavensohn (= ein im Hause geborener Leibeigener)? Warum ist er denn der Plünderung preisgegeben worden?
15 et dederunt vocem suam;
posuerunt terram eius in solitudinem:
civitates eius exustae sunt,
et non est qui habitet in eis.
15 Löwen haben über ihm (oder: gegen ihn) gebrüllt, haben ihr Geheul erschallen lassen und sein Land zur Wüste gemacht; seine Städte sind verbrannt, leer von Bewohnern;
16 Filii quoque Mempheos et Taphnes
decalvabunt tibi verticem.
16 auch die Ägypter von Noph (= Memphis) und Thapanches (= Daphne) haben dir den Scheitel abgeweidet.
17 Numquid non istud factum est tibi,
quia dereliquisti Dominum Deum tuum
eo tempore, quo ducebat te per viam?
17 Trägt nicht die Schuld daran deine Abkehr vom HERRN, deinem Gott, schon zur Zeit, wo er dich auf der Wanderung führte?
18 Et nunc quid tibi vis in via Aegypti,
ut bibas aquam Nili?
Et quid tibi cum via Assyriorum,
ut bibas aquam Fluminis?
18 Und jetzt – was hast du nach Ägypten zu laufen, um das Wasser des Nils zu trinken? Und was brauchst du nach Assyrien zu laufen, um das Wasser des Euphratstromes zu trinken?
19 Arguet te malitia tua,
et aversio tua increpabit te;
scito et vide quia malum et amarum est
reliquisse te Dominum Deum tuum et non esse timorem mei apud te,
dicit Dominus, Deus exercituum.
19 Deine Bosheit (= eigene Schuld) bringt dich ins Unglück, und dein treuloses Treiben führt die Strafe für dich herbei! So erkenne es denn und bedenke wohl, wie schlimm und unheilvoll es ist, daß du den HERRN, deinen Gott, verlassen hast und keine Furcht vor mir in dir wohnt!« – so lautet der Ausspruch Gottes, des HERRN der Heerscharen.
20 A saeculo confregisti iugum tuum,
rupisti vincula tua
et dixisti: “Non serviam”.
In omni enim colle sublimi
et sub omni ligno frondoso
tu prosternebaris meretrix.
20 »Denn von alters her hast du dein Joch zerbrochen, deine Bande zerrissen und hast gesagt: ›Ich will nicht (länger) dienstbar sein!‹ Nein, auf jedem hohen Hügel und unter jedem dichtbelaubten Baum hast du dich als Buhlerin hingestreckt.
21 Ego autem plantavi te vineam electam,
omne semen verum;
quomodo ergo conversa es
in palmites vineae alienae?
21 Und doch hatte ich dich als Edelrebe eingepflanzt, als ganz echtes Gewächs: ach, wie bist du mir in die wilden Schosse eines fremden Weinstocks ausgeartet!
22 Si laveris te nitro
et multiplicaveris tibi herbam fullonum,
maculata es in iniquitate tua coram me,
dicit Dominus Deus.
22 Ja, wenn du dich auch mit Laugensalz wüschest und noch so viel Seife an dich wendetest: deine Schuld würde doch als Schmutzfleck vor mir bleiben!« – so lautet der Ausspruch Gottes des HERRN.
23 Quomodo dicis: “Non sum polluta,
post Baalim non ambulavi”?
Vide viam tuam in convalle,
scito quid feceris:
camelus levis contorquens vias suas.
23 »Wie kannst du nur behaupten: ›Ich habe mich nicht verunreinigt, bin den Baalen nicht nachgelaufen!‹ Sieh doch dein Treiben im Tal an, bedenke, was du dort verübt hast, du leichtfüßige Kamelin, die toll in die Kreuz und Quere rennt!
24 Onager assuetus in solitudine
in desiderio animae suae attrahit aerem;
libidinem eius quis avertet?
Omnes, qui quaerunt eam, non deficient,
in menstruis eius invenient eam.
24 Eine Wildeselin, die, an die Steppe gewöhnt, in wilder Lustgier nach Luft schnappt: wer vermag ihre Brunst zu dämpfen? Wer immer sie begehrt, braucht sich nicht müde zu laufen: in ihrer Brunstzeit findet er sie mühelos.
25 Prohibe pedem tuum a nuditate
et guttur tuum a siti.
Et dixisti: “Vanum est, nequaquam;
adamavi quippe alienos
et post eos ambulabo”.
25 Nimm deinen Fuß in acht, daß er sich nicht barfuß (oder: wund) läuft, und deine Kehle, daß sie nicht vor Durst lechzt! Doch du entgegnest: ›Vergebliche Mühe, nein! Ich habe nun einmal die Fremden (oder: Buhlen) gern, und ihnen will ich nachlaufen!‹«
26 Quomodo confunditur fur, quando deprehenditur,
sic confusi sunt domus Israel,
ipsi et reges eorum, principes
et sacerdotes et prophetae eorum
26 »Wie ein Dieb beschämt dasteht, wenn er ertappt wird, so werden (oder: müssen) die zum Hause Israel Gehörigen sich schämen (oder: sich enttäuscht sehen), sie samt ihren Königen und Fürsten (oder: obersten Beamten), ihren Priestern und Propheten,
27 dicentes ligno: “Pater meus es tu” et lapidi: “Tu me genuisti”.
Verterunt ad me tergum et non faciem,
sed in tempore afflictionis suae dicent:
“Surge et libera nos!”.
27 sie, die zu einem Stück Holz (d.h. hölzernen Gottesbilde) sagen: ›Mein Vater bist du!‹ und zu einem Stein: ›Dir verdanke ich mein Leben!‹ Dagegen mir haben sie den Rücken zugekehrt und nicht mehr das Angesicht. Wenn aber das Unglück über sie kommt, dann rufen sie: ›Stehe auf und hilf uns!‹
28 Ubi sunt dii tui, quos fecisti tibi?
Surgant et liberent te in tempore afflictionis tuae;
secundum numerum quippe civitatum tuarum
facti sunt dii tui, Iuda.
28 Wo sind denn deine Götter, die du dir selbst angefertigt hast? Sie mögen doch aufstehen, ob sie dir helfen können zur Zeit deiner Not! Denn so zahlreich wie deine Städte sind auch deine Götter geworden, Juda.
29 Quid vultis mecum iudicio contendere?
Omnes praevaricati estis in me,
dicit Dominus.
29 Warum beklagt ihr euch über mich? Ihr seid ja allesamt treulos von mir abgefallen!« – so lautet der Ausspruch des HERRN.
30 Frustra percussi filios vestros:
disciplinam non receperunt.
Devoravit gladius vester prophetas vestros:
quasi leo vastator.
30 »Vergebens habe ich eure Söhne (oder: Kinder) geschlagen: sie haben sich keine Lehre daraus gezogen (= nicht warnen lassen); das Schwert hat eure Propheten gefressen wie ein reißender Löwe.
31 O generatio, vos videte verbum Domini:
numquid solitudo factus sum Israeli
aut terra tenebrarum?
Quare ergo dixit populus meus: “Recessimus,
non veniemus ultra ad te”?
31 O (entartetes) Geschlecht, das ihr seid! Achtet doch auf das Wort des HERRN! Bin ich etwa eine Wüste für Israel gewesen oder ein Land tiefer Finsternis? Warum sagt denn mein Volk: ›Wir haben die Freiheit gewonnen! Wir kehren nicht wieder zu dir zurück!‹?
32 Numquid obliviscitur virgo ornamenti sui,
sponsa fasciae pectoralis suae?
Populus vero meus oblitus est mei
diebus innumeris.
32 Vergißt wohl eine Jungfrau ihren Schmuck, eine Braut ihren Gürtel? Mein Volk aber hat mich vergessen schon seit unzähligen Tagen!«
33 Quam bene paras viam tuam
ad quaerendum amorem!
Et insuper in malum
docuisti vias tuas,
33 »Wie geschickt weißt du deinen Gang einzurichten, um Liebschaften anzuknüpfen! Darum hast du dich auch auf deinen Gängen sogar an Verbrechen gewöhnt:
34 et in fimbriis tuis inventus est
sanguis animarum pauperum innocentium:
non effringentes invenisti eos;
sed in omnibus his
34 auch an den Säumen deines Gewandes findet sich das Blut von schuldlosen unglücklichen Menschen, die du nicht bei einem Einbruch betroffen hast.
35 dixisti: “Innocens ego sum,
propterea aversus est furor eius a me”.
Ecce ego iudicio contendam tecum, eo quod dixeris: “Non peccavi”.
35 Und trotzdem behauptest du: ›Ich bin unschuldig: sein Zorn wendet sich von mir ab!‹ Wisse wohl: ich will mit dir ins Gericht gehen wegen dieses deines Wortes: ›Ich habe nichts Böses getan!‹«
36 Quam leviter mutas vias tuas!
Et ab Aegypto confunderis,
sicut confusa es ab Assyria.
36 »Warum hast du es so eilig, in der Staatsleitung (= Politik) einen andern Weg einzuschlagen? Auch an Ägypten wirst du ebenso enttäuscht werden, wie du an Assyrien enttäuscht worden bist;
37 Nam et ab ista egredieris,
et manus tuae erunt super caput tuum,
quoniam obtrivit Dominus illos, quibus confisus es,
et nihil habebis prosperum in eis.
37 auch von dort wirst du abziehen, indem du die Hände über dem Kopfe zusammenschlägst; denn der HERR hat die verworfen, auf die du dein Vertrauen gesetzt hast, und so wirst du kein Glück mit ihnen haben.«