SCRUTATIO

Mittwoch, 15 Juli 2026 - San Bonaventura ( Letture di oggi)

Weisheit 7


font
EINHEITSUBERSETZUNG BIBELMenge Bibel
1 Auch ich bin ein sterblicher Mensch wie alle anderen,
Nachkomme des ersten, aus Erde gebildeten Menschen. Im Schoß der Mutter wurde ich zu Fleisch geformt,
1 Auch ich bin zwar ein sterblicher Mensch gleich allen anderen und ein Abkömmling des erdgeborenen Ersterschaffenen;
2 zu dem das Blut in zehn Monaten gerann durch den Samen des Mannes
und die Lust, die im Beischlaf hinzukam.
2 dem Körper nach bin ich im Schoße meiner Mutter in zehnmonatlicher Frist gebildet, zusammengeronnen im Blut aus Mannessamen und der im Beischlaf sich zugesellenden Lust.
3 Geboren atmete auch ich die gemeinsame Luft,
ich fiel auf die Erde, die Gleiches von allen erduldet,
und Weinen war mein erster Laut wie bei allen.
3 Auch ich sog nach meiner Geburt die allen gemeinsame Luft ein und fiel auf die Erde, wie das alle Kinder tun, indem ich den ersten Schrei auf die allen gleiche Weise weinend ausstieß;
4 In Windeln und mit Sorgen wurde ich aufgezogen;
4 in Windeln wurde ich aufgezogen und unter Sorgen.
5 kein König trat anders ins Dasein.5 Denn kein König hat einen andern Anfang seines Daseins gehabt: nein,
6 Alle haben den einen gleichen Eingang zum Leben;
gleich ist auch der Ausgang.
6 alle treten in gleicher Weise ins Leben ein und aus dem Leben hinaus.
7 Daher betete ich und es wurde mir Klugheit gegeben;
ich flehte und der Geist der Weisheit kam zu mir.
7 Darum betete ich, da wurde mir Einsicht verliehen; ich rief Gott an, da zog der Geist der Weisheit in mich ein.
8 Ich zog sie Zeptern und Thronen vor,
Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.
8 Ich schätzte sie höher als Zepter und Thron und achtete den Reichtum für nichts im Vergleich mit ihr;
9 Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich;
denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand
und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm.
9 keinen noch so unschätzbaren Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold ist neben ihr nur ein bißchen Sand, und Silber wird im Vergleich mit ihr als Unrat angesehen.
10 Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit
und zog ihren Besitz dem Lichte vor;
denn niemals erlischt der Glanz,
der von ihr ausstrahlt.
10 Mehr als Gesundheit und Schönheit liebte ich sie und zog ihren Besitz sogar dem Lichte vor, weil die von ihr ausgehende Helligkeit nie erlischt.
11 Zugleich mit ihr kam alles Gute zu mir,
unzählbare Reichtümer waren in ihren Händen.
11 Es kamen aber zugleich mit ihr alle anderen Güter in meinen Besitz, und ungezählten Reichtum brachte sie mit.
12 Ich freute mich über sie alle,
weil die Weisheit lehrt, sie richtig zu gebrauchen,
wusste aber nicht, dass sie auch deren Ursprung ist.
12 Ich freute mich aber aller dieser Dinge, weil die Weisheit ihre Führerin ist; ich wußte aber noch nicht, daß sie auch die Erzeugerin von ihnen allen ist.
13 Uneigennützig lernte ich und neidlos gebe ich weiter;
ihren Reichtum behalte ich nicht für mich.
13 Ohne Hintergedanken habe ich sie kennen gelernt, und ohne Neid mache ich jetzt Mitteilung davon; ich will ihren Reichtum nicht für mich zurückbehalten;
14 Ein unerschöpflicher Schatz ist sie für die Menschen;
alle, die ihn erwerben, erlangen die Freundschaft Gottes.
Sie sind empfohlen durch die Gaben der Unterweisung.
14 denn ein unerschöpflicher Schatz ist sie für die Menschen; alle, die ihn benutzen, verwenden ihn dazu, Freundschaft mit Gott zu schließen, dem sie sich durch die aus der Zucht stammenden Gaben empfohlen haben.
15 Mir aber gewähre Gott, nach meiner Einsicht zu sprechen
und zu denken, wie die empfangenen Gaben es wert sind; denn er ist der Führer der Weisheit
und hält die Weisen auf dem rechten Weg.
15 Mir aber möge Gott verleihen, nach meinem Wunsche (oder der Einsicht gemäß?) zu reden und Erwägungen anzustellen, die der mir verliehenen Gabe würdig sind; denn er ist ebensowohl der Führer zur Weisheit als auch der Wegweiser (= Lenker) der Weisen.
16 Wir und unsere Worte sind in seiner Hand,
auch alle Klugheit und praktische Erfahrung.
16 In seiner Hand sind ja sowohl wir als auch unsere Worte und jegliche Einsicht und jedes Geschick für geschäftliche Leistungen.
17 Er verlieh mir untrügliche Kenntnis der Dinge,
sodass ich den Aufbau der Welt und das Wirken der Elemente verstehe,
17 So hat er denn auch mir ein untrügliches Wissen von den Dingen verliehen, so daß ich mich auf den Bau der Welt und auf die Kraft der Elemente verstehe,
18 Anfang und Ende und Mitte der Zeiten,
die Abfolge der Sonnenwenden und den Wandel der Jahreszeiten,
18 auf den Anfang und das Ende und die Mitte der Zeiten, auf den Wandel der Sonnenwenden und den Wechsel der Jahreszeiten,
19 den Kreislauf der Jahre und die Stellung der Sterne,19 auf den Kreislauf der Jahre und die Stellungen der Gestirne,
20 die Natur der Tiere und die Wildheit der Raubtiere,
die Gewalt der Geister und die Gedanken der Menschen,
die Verschiedenheit der Pflanzen und die Kräfte der Wurzeln.
20 auf die verschiedenartige Natur der Tiere und die wilden Triebe der Raubtiere, auf die gewaltigen Kräfte der Geister und die Gedanken der Menschen, auf die Verschiedenheiten der Pflanzen und die Heilkräfte der Wurzeln.
21 Alles Verborgene und alles Offenbare habe ich erkannt;
denn es lehrte mich die Weisheit, die Meisterin aller Dinge.
21 Alles, was verborgen und offenbar ist, habe ich kennen gelernt; denn die Künstlerin von allen hat es mich gelehrt, die Weisheit.
22 In ihr ist ein Geist,
gedankenvoll, heilig, einzigartig, mannigfaltig, zart, beweglich,
durchdringend, unbefleckt, klar,
unverletzlich, das Gute liebend, scharf,
22 Denn in ihr wohnt ein Geist: denkend, heilig, eigenartig, vielteilig, fein, beweglich, durchsichtig, unbefleckbar, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharfsinnig, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich,
23 nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich,
fest, sicher, ohne Sorge, alles vermögend, alles überwachend
und alle Geister durchdringend,
die denkenden, reinen und zartesten.
23 fest ohne Fehl, sorgenfrei, allgewaltig, alles übersehend und alle denkenden, reinen und feinen Geister durchdringend.
24 Denn die Weisheit ist beweglicher als alle Bewegung;
in ihrer Reinheit durchdringt und erfüllt sie alles.
24 Denn die Weisheit ist beweglicher als alles andere, was sich bewegt; sie dringt und geht durch alles hindurch vermöge ihrer Reinheit.
25 Sie ist ein Hauch der Kraft Gottes
und reiner Ausfluss der Herrlichkeit des Allherrschers;
darum fällt kein Schatten auf sie.
25 Denn sie ist ein Hauch der Kraft Gottes und ein lauterer Ausfluß aus der Herrlichkeit des Allmächtigen; darum gerät auch nichts Beflecktes in sie hinein.
26 Sie ist der Widerschein des ewigen Lichts,
der ungetrübte Spiegel von Gottes Kraft,
das Bild seiner Vollkommenheit.
26 Denn sie ist ein Abglanz des ewigen Lichts und ein fleckenloser Spiegel des göttlichen Wirkens und ein Abbild seiner Güte.
27 Sie ist nur eine und vermag doch alles;
ohne sich zu ändern, erneuert sie alles. Von Geschlecht zu Geschlecht tritt sie in heilige Seelen ein
und schafft Freunde Gottes und Propheten;
27 Obgleich sie nur eine ist, vermag sie doch alles, und obgleich sie immer dieselbe bleibt, erneuert sie doch alles; und indem sie von Geschlecht zu Geschlecht in heilige Seelen eingeht, rüstet sie diese zu Gottesfreunden und Propheten aus.
28 denn Gott liebt nur den,
der mit der Weisheit zusammenwohnt.
28 Denn nichts liebt Gott als den, der mit der Weisheit in vertrauter Gemeinschaft lebt.
29 Sie ist schöner als die Sonne
und übertrifft jedes Sternbild.
Sie ist strahlender als das Licht;
29 Denn sie ist herrlicher als die Sonne und übertrifft jegliche feste Stellung der Gestirne und, mit dem Lichte verglichen, stellt sie sich als vorzüglicher heraus;
30 denn diesem folgt die Nacht,
doch über die Weisheit siegt keine Schlechtigkeit.
30 denn auf dieses folgt die Nacht, aber gegen die Weisheit vermag die Bosheit nichts.