SCRUTATIO

Mittwoch, 8 Juli 2026 - Sant´Edda ( Letture di oggi)

Das zweite Buch der Makkabäer 7


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EINHEITSUBERSETZUNG BIBELMenge Bibel
1 Ein andermal geschah es, dass man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch zu essen, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen.1 Es begab sich auch, daß sieben Brüder samt ihrer Mutter ergriffen wurden und vom Könige gezwungen werden sollten, von dem durch das Gesetz verbotenen Schweinefleisch zu essen, indem sie mit Geißeln und Riemen gepeitscht wurden.
2 Einer von ihnen ergriff für die andern das Wort und sagte: Was willst du uns fragen und von uns wissen? Eher sterben wir, als dass wir die Gesetze unserer Väter übertreten.2 Der eine aber von ihnen nahm das Wort für die anderen und sagte: »Was willst du von uns erfragen und erfahren? Wir sind ja doch bereit, lieber zu sterben als die väterlichen Gesetze zu übertreten«.
3 Da wurde der König zornig und befahl, Pfannen und Kessel heiß zu machen.3 Da befahl der König, außer sich vor Zorn, Pfannen und Kessel glühend zu machen.
4 Kaum waren sie heiß geworden, ließ er ihrem Sprecher die Zunge abschneiden, ihm nach Skythenart die Kopfhaut abziehen und Nase, Ohren, Hände und Füße stückweise abhacken. Dabei mussten die anderen Brüder und die Mutter zuschauen.4 Als das geschehen war, ließ er sofort dem, der als ihr Wortführer aufgetreten war, die Zunge ausschneiden, ihm die Kopfhaut abziehen und die Hände und Füße abhauen, wobei die übrigen Brüder und die Mutter zusehen mußten.
5 Den grässlich Verstümmelten, der noch atmete, ließ er ans Feuer bringen und in der Pfanne braten. Während sich der Dunst aus der Pfanne nach allen Seiten verbreitete, sprachen sie und ihre Mutter einander Mut zu, in edler Haltung zu sterben. Sie sagten:5 Den so ganz Verstümmelten, aber noch Lebenden, ließ er dann ans Glutfeuer bringen und in der Pfanne braten. Während aber der Dampf sich aus der Pfanne weithin verbreitete, ermahnten sie sich untereinander samt der Mutter, mutig zu sterben, indem sie sagten:
6 Gott der Herr schaut auf uns und gewiss hat er Erbarmen mit uns. Denn so hat es Mose klar gesagt in dem Lied, in dem er öffentlich das Volk anklagte: Und er wird mit seinen Dienern Erbarmen haben.6 »Gott der Herr sieht es und erbarmt sich unser gewißlich, wie Mose es in seinem rückhaltlos gegen Israel gerichteten Liede klar mit den Worten ausgesprochen hat (5.Mose 32,36): ›Über seine Diener wird er sich erbarmen‹«.
7 Als der erste der Brüder auf diese Weise gestorben war, führten sie den zweiten zur Folterung. Sie zogen ihm die Kopfhaut samt den Haaren ab und fragten ihn: Willst du essen, bevor wir dich Glied für Glied foltern?7 Als nun der erste auf diese Weise den Tod erlitten hatte, führte man den zweiten zur Marter, und nachdem man ihm die Haut samt den Haaren vom Kopfe abgerissen hatte, fragte man ihn: »Willst du essen, ehe dir der Leib Glied für Glied gemartert wird?«
8 Er antwortete in seiner Muttersprache: Nein! Deshalb wurde er genauso wie der erste gefoltert.8 Als er in seiner Muttersprache mit »Nein!« geantwortet hatte, erlitt er die gleichen Qualen der Reihe nach wie der erste.
9 Als er in den letzten Zügen lag, sagte er: Du Unmensch! Du nimmst uns dieses Leben; aber der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferwecken, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.9 Als er dann in den letzten Zügen lag, rief er: »Du, Verfluchter, nimmst uns jetzt zwar das zeitliche Leben, aber der König der Welt wird uns, die wir für sein Gesetz sterben, zu ewigem Leben wieder auferstehen lassen!«
10 Nach ihm folterten sie den dritten. Als sie seine Zunge forderten, streckte er sie sofort heraus und hielt mutig die Hände hin.10 Nach diesem wurde der dritte gemartert, und als man die Zunge von ihm verlangte, streckte er sie sogleich heraus und hielt die Hände mutig hin;
11 Dabei sagte er gefasst: Vom Himmel habe ich sie bekommen und wegen seiner Gesetze achte ich nicht auf sie. Von ihm hoffe ich sie wiederzuerlangen.11 darauf sagte er mannhaft: »Vom Himmel habe ich diese Glieder empfangen; ich gebe sie hin um seines Gesetzes willen, und vom Himmel hoffe ich sie wieder zu erhalten«,
12 Sogar der König und seine Leute staunten über den Mut des jungen Mannes, dem die Schmerzen nichts bedeuteten.12 so daß selbst der König und seine Umgebung über den Mut dieses Jünglings staunten, der die Schmerzen für nichts achtete.
13 Als er tot war, quälten und misshandelten sie den vierten genauso.13 Als dieser nun den Tod erlitten hatte, marterte und peinigte man den vierten auf dieselbe Weise.
14 Dieser sagte, als er dem Ende nahe war: Gott hat uns die Hoffnung gegeben, dass er uns wieder auferweckt. Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. Für dich aber gibt es keine Auferstehung zum Leben.14 Als es dann mit ihm zum Sterben ging, rief er aus: »Es ist trostreich, wenn man durch die Hand der Menschen stirbt, sich an Gottes Verheißungen zu halten und zu hoffen, von ihm wieder auferweckt zu werden; dir jedoch wird keine Auferstehung zum Leben zuteil werden!«
15 Anschließend nahmen sie sich den fünften vor und misshandelten ihn.15 Gleich darauf führten sie den fünften herbei und begannen ihn zu martern.
16 Der sah den König an und sagte: Du bist ein vergänglicher Mensch und doch hast du die Macht unter den Menschen zu tun, was du willst. Aber glaub nicht, unser Volk sei von Gott verlassen.16 Er aber blickte den König an und sagte: »Unter den Menschen besitzest du Macht, und obgleich sterblich, tust du, was du willst; bilde dir aber nicht ein, daß unser Volk von Gott verlassen sei.
17 Mach nur so weiter! Du wirst seine gewaltige Kraft spüren, wenn er dich und deine Nachkommen züchtigt.17 Warte nur! du wirst seine große Macht erfahren, wie er dich und dein Geschlecht strafen wird!«
18 Nach ihm holten sie den sechsten. Sterbend sagte er: Lass dich nicht täuschen! Du wirst nichts ausrichten. Denn wir sind selbst schuld an unserem Leid, weil wir gegen unseren Gott gesündigt haben. Darum konnte so Unfassbares geschehen.18 Nach diesem führten sie den sechsten herbei, der sterbend ausrief: »Gib dich keinem eitlen Irrtum hin! Wir (Juden) leiden so durch eigene Schuld, weil wir gegen unsern Gott gesündigt haben; darum sind so befremdliche Dinge eingetreten.
19 Glaub aber ja nicht, dass du heil davonkommst; denn du hast es gewagt, mit Gott zu kämpfen.19 Rechne du aber nicht darauf, ungestraft zu bleiben, nachdem du gewagt hast, gegen Gott zu streiten!«
20 Auch die Mutter war überaus bewundernswert und sie hat es verdient, dass man sich an sie mit Hochachtung erinnert. An einem einzigen Tag sah sie nacheinander ihre sieben Söhne sterben und ertrug es tapfer, weil sie dem Herrn vertraute.20 Ganz besonders bewundernswert aber und eines ruhmvollen Andenkens würdig war die Mutter, welche sieben Söhne an einem Tage sterben sehen mußte und diese Heimsuchung mutvoll ertrug, weil sie ihre ganze Hoffnung auf Gott setzte.
21 In edler Gesinnung stärkte sie ihr weibliches Gemüt mit männlichem Mut, redete jedem von ihnen in ihrer Muttersprache zu und sagte:21 Jedem von ihnen sprach sie in der Landessprache Mut zu, voll edler Gesinnung; und, indem sie weibliche Gemütsart durch männlichen Mut zu voller Wirkung brachte, sagte sie zu ihnen:
22 Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Leib entstanden seid, noch habe ich euch Atem und Leben geschenkt; auch habe ich keinen von euch aus den Grundstoffen zusammengefügt.22 »Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Leibe zur Entstehung gekommen seid, und nicht ich bin es gewesen, die euch den Odem und das Leben gegeben hat, und nicht ich habe die Bestandteile eines jeden von euch kunstvoll zusammengefügt.
23 Nein, der Schöpfer der Welt hat den werdenden Menschen geformt, als er entstand; er kennt die Entstehung aller Dinge. Er gibt euch gnädig Atem und Leben wieder, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen nicht auf euch achtet.23 Darum wird auch der Schöpfer der Welt, der des Menschen Entstehung gewirkt und den Ursprung aller Dinge geschaffen hat, euch nach seiner Barmherzigkeit den Odem und das Leben wiedergeben, weil ihr euch heute opfert um seiner Gesetze willen«.
24 Antiochus aber glaubte, sie verachte ihn, und er hatte den Verdacht, sie wolle ihn beschimpfen.Nun war nur noch der Jüngste übrig. Auf ihn redete der König nicht nur mit guten Worten ein, sondern versprach ihm unter vielen Eiden, ihn reich und sehr glücklich zu machen, wenn er von der Lebensart seiner Väter abfalle; auch wolle er ihn zu seinem Freund machen und ihn mit hohen Staatsämtern betrauen.24 Da nun Antiochus meinte, er werde von ihr verachtet, und den Argwohn hegte, sie schmähe ihn in ihrer Sprache, so redete er dem Jüngsten, der allein noch übrig war, nicht nur mit freundlichen Worten zu, sondern versicherte ihm sogar mit einem Eid, er wolle ihn reich und glücklich machen, wenn er vom Gesetz seiner Väter abfiele, ja, er wolle ihn unter die Zahl seiner Freunde aufnehmen und ihm Staatsämter anvertrauen.
25 Als der Junge nicht darauf einging, rief der König die Mutter und redete ihr zu, sie solle dem Knaben doch raten, sich zu retten.25 Als aber der Jüngling darauf gar nicht achtete, ließ der König die Mutter rufen und forderte sie auf, ihrem Kinde einen guten Rat zu geben, damit er am Leben bliebe.
26 Erst nach langem Zureden willigte sie ein, ihren Sohn zu überreden.26 Da er sehr in sie drang, versprach sie endlich, ihren Sohn zu überreden,
27 Sie beugte sich zu ihm nieder, und den grausamen Tyrannen verspottend, sagte sie in ihrer Muttersprache: Mein Sohn, hab Mitleid mit mir! Neun Monate habe ich dich in meinem Leib getragen, ich habe dich drei Jahre gestillt, dich ernährt, erzogen und für dich gesorgt, bis du nun so groß geworden bist.27 neigte sich zu ihm und redete ihn in der Landessprache in der Weise an, daß sie den grausamen Tyrannen verhöhnte: »Mein Sohn, erbarme dich meiner! Ich habe dich neun Monate lang unter meinem Herzen getragen und dich drei Jahre lang gesäugt, habe dich dann ernährt, gepflegt und bis zu deinem jetzigen Alter auferzogen.
28 Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen und so entstehen auch die Menschen.28 Ich bitte dich, mein Kind, erhebe deine Augen, schaue den Himmel an, die Erde und alles, was darauf ist, bedenke, daß Gott dies alles aus dem Nichts erschaffen hat und wie er dies auch mit dem Menschengeschlechte getan hat.
29 Hab keine Angst vor diesem Henker, sei deiner Brüder würdig und nimm den Tod an! Dann werde ich dich zur Zeit der Gnade mit deinen Brüdern wiederbekommen.29 Fürchte dich nicht vor diesem Henker, sondern erweise dich deiner Brüder würdig! Dulde den Tod, damit ich dich am Tage des Erbarmens mit deinen Brüdern wiedergewinne!«
30 Kaum hatte sie aufgehört, da sagte der Junge: Auf wen wartet ihr? Dem Befehl des Königs gehorche ich nicht; ich höre auf den Befehl des Gesetzes, das unseren Vätern durch Mose gegeben wurde.30 Während sie noch zu ihm redete, sagte der Jüngling: »Worauf wartet ihr noch? Ich gehorche dem Befehle des Königs nicht; ich gehorche dem Gesetz, das unseren Vätern durch Mose gegeben worden ist.
31 Du aber, der sich alle diese Bosheiten gegen die Hebräer ausgedacht hat, du wirst Gottes Händen nicht entkommen.31 Du aber, der du alle diese Grausamkeiten gegen die Hebräer ausgedacht hast, wähne nicht, den Händen Gottes entrinnen zu können!
32 Denn wir leiden nur, weil wir gesündigt haben.32 Wir nämlich leiden um unserer eigenen Sünden willen;
33 Wenn auch der lebendige Herr eine kurze Zeit lang zornig auf uns ist, um uns durch Strafen zu erziehen, so wird er sich doch mit seinen Dienern wieder versöhnen.33 wenn nun auch der lebendige Gott, um uns zu strafen und zu bessern, uns für kurze Zeit zürnt, so wird er sich doch mit seinen Dienern wieder versöhnen.
34 Du Ruchloser aber, du größter Verbrecher der Menschheit, überheb dich nicht und werde nicht durch falsche Hoffnungen übermütig, wenn du deine Hand gegen die Kinder des Himmels erhebst.34 Du aber, verruchter und abscheulichster aller Menschen, laß dich nicht in deinem Trotz durch eine eitle Hoffnung täuschen, wenn du deine Hand gegen die himmlischen Diener erhebst.
35 Denn noch bist du dem Gericht des allmächtigen Gottes, der alles sieht, nicht entronnen.35 Du bist der Rache des Allmächtigen noch nicht entgangen, der alles sieht.
36 Unsere Brüder sind nach kurzem Leiden mit der göttlichen Zusicherung ewigen Lebens gestorben; du jedoch wirst beim Gericht Gottes die gerechte Strafe für deinen Übermut zahlen.36 Denn unsere Brüder sind jetzt, nachdem sie eine kurze Qual erduldet haben, des ewigen Lebens, der Bundesverheißung Gottes, teilhaftig geworden; du aber wirst, von Gott gerichtet, durch gerechte Strafe für deinen Übermut büßen.
37 Ich gebe wie meine Brüder Leib und Leben hin für die Gesetze unserer Väter und rufe zu Gott, er möge seinem Volk bald wieder gnädig sein; du aber sollst unter Qualen und Schlägen bekennen müssen, dass nur er Gott ist.37 Ich gebe jetzt, ebenso wie meine Brüder, Leib und Leben für unsere väterlichen Gesetze dahin, indem ich Gott anrufe, er wolle sich bald seinem Volke wieder gnädig erweisen und dich durch Qualen und Martern zu dem Bekenntnis bringen, daß er allein Gott sei.
38 Bei mir und meinen Brüdern möge der Zorn des Allherrschers aufhören, der sich zu Recht über unser ganzes Volk ergossen hat.38 Der Allmächtige wolle auch geben, daß sein Zorn, der über unser ganzes Volk mit Recht ergangen ist, bei mir und meinen Brüdern zur Ruhe komme!«
39 Da wurde der König zornig und verfuhr mit ihm noch schlimmer als mit den anderen - so sehr hatte ihn der Hohn verletzt.39 Außer sich vor Zorn, behandelte der König diesen noch grausamer als die anderen, weil er durch dessen Verhöhnung erbittert war;
40 Auch der Jüngste starb also mit reinem Herzen und vollendetem Gottvertrauen.40 und so starb auch dieser im vollen Vertrauen auf den Herrn, ohne sich verunreinigt zu haben.
41 Zuletzt starb nach ihren Söhnen die Mutter.41 Zuletzt, nach ihren Söhnen, wurde auch die Mutter hingerichtet. Soviel sei mitgeteilt über die Opferschmäuse und die greuelvollen Martern.
42 Soviel sei über die Opfergelage und die schlimmen Misshandlungen berichtet.