SCRUTATIO

Venerdi, 21 agosto 2026 - San Pio X papa ( Letture di oggi)

Ecclesiastes 1


font
VULGATAPattloch Bibel
1 Verba Ecclesiastæ, filii David, regis Jerusalem.1 Worte des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem.
2 Vanitas vanitatum, dixit Ecclesiastes ;
vanitas vanitatum, et omnia vanitas.
2 Wahn, nur Wahn, spricht der Prediger, Wahn nur Wahn, alles ist Wahn!
3 Quid habet amplius homo
de universo labore suo quo laborat sub sole ?
3 Was bleibt dem Menschen bei all seiner Mühe, die er sich macht unter der Sonne?
4 Generatio præterit, et generatio advenit ;
terra autem in æternum stat.
4 Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht kommt, die Erde aber bleibt ewig stehen.
5 Oritur sol et occidit,
et ad locum suum revertitur ;
ibique renascens,
5 Die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter, und ihrem Ort strebt sie zu und geht dort wieder auf.
6 gyrat per meridiem, et flectitur ad aquilonem.
Lustrans universa in circuitu pergit spiritus,
et in circulos suos revertitur.
6 Es weht nach Süden und dreht sich nach Norden, es dreht sich und dreht sich und weht der Wind; und zu seinen kreisenden Bahnen kehrt wieder der Wind.
7 Omnia flumina intrant in mare,
et mare non redundat ;
ad locum unde exeunt flumina
revertuntur ut iterum fluant.
7 Die Flüsse alle wandern zum Meer, doch das Meer wird nicht voll, zum Ort, nach dem die Flüsse wandern, dorthin wandern sie immerdar.
8 Cunctæ res difficiles ;
non potest eas homo explicare sermone.
Non saturatur oculus visu,
nec auris auditu impletur.
8 Alle Dinge hetzen sich müde, kein Mensch kann es sagen (wozu). Das Auge wird vom Sehen nicht satt, das Ohr vom Hören nicht voll.
9 Quid est quod fuit ? Ipsum quod futurum est.
Quid est quod factum est ? Ipsum quod faciendum est.
9 Was war, wird wieder sein; was geschah, wird wieder geschehen, und nichts Neues gibt es unter der Sonne.
10 Nihil sub sole novum,
nec valet quisquam dicere : Ecce hoc recens est :
jam enim præcessit in sæculis quæ fuerunt ante nos.
10 Gibt es etwas, von dem man sagen kann: "Sieh, dieses ist neu!"? Längst war es zu Zeiten, die vor uns gewesen.
11 Non est priorum memoria ;
sed nec eorum quidem quæ postea futura sunt
erit recordatio apud eos qui futuri sunt in novissimo.
11 Es bleibt kein Erinnern an die Früheren und auch für die Späteren, die kommen werden: Es gibt kein Erinnern an sie bei denen, die noch später kommen.
12 Ego Ecclesiastes fui rex Israël in Jerusalem ;
12 Ich, der Prediger, bin König gewesen über Israel in Jerusalem.
13 et proposui in animo meo quærere et investigare sapienter
de omnibus quæ fiunt sub sole.
Hanc occupationem pessimam
dedit Deus filiis hominum, ut occuparentur in ea.
13 Ich verlegte mich darauf, in Weisheit nachzuforschen und zu grübeln über alles, was geschieht unter der Sonne. Es ist das eine schlimme Plage, die Gott den Menschen gab, sich damit zu mühen.
14 Vidi cuncta quæ fiunt sub sole,
et ecce universa vanitas et afflictio spiritus.
14 Ich besah mir alle Werke, die unter der Sonne geschehen, und sieh da, alles ist Wahn und ein Jagen nach Wind.
15 Perversi difficile corriguntur,
et stultorum infinitus est numerus.
15 Krummes kann nicht gerade werden, und Fehlendes kann nicht gezählt werden.
16 Locutus sum in corde meo, dicens :
Ecce magnus effectus sum, et præcessi omnes sapientia
qui fuerunt ante me in Jerusalem ;
et mens mea contemplata est multa sapienter, et didici.
16 Zu meiner Seele sagte ich nun: So bin ich also groß geworden und habe Weisheit erworben, mehr als alle, die vor mir über Jerusalem herrschten, und mein Herz erfuhr Weisheit und Wissen in Menge.
17 Dedique cor meum ut scirem prudentiam atque doctrinam,
erroresque et stultitiam ;
et agnovi quod in his quoque esset labor et afflictio spiritus :
17 Und ich verlegte mich darauf, Weisheit und Wissen zu erkennen, Torheit und Narrheit. Ich mußte erkennen: auch dies ist ein Jagen nach Wind!
18 eo quod in multa sapientia multa sit indignatio ;
et qui addit scientiam, addit et laborem.
18 Denn bei viel Weisheit ist viel Verdruß, und mehrt man das Wissen, mehrt man das Leid.
19 Als unsere Väter nämlich nach Persien weggeführt wurden, haben die damaligen frommen Priester von dem Feuer des Brandopferaltares heimlich genommen und es in der Höhlung eines Brunnens versteckt, der ohne Wasser war. Dort verwahrte man es sicher, so daß der Ort allen unbekannt blieb.
20 Nach Ablauf vieler Jahre gefiel es Gott, daß Nehemias vom Perserkönig hergesandt wurde. Er schickte die Nachkommen der Priester, die es versteckt hatten, um das Feuer. Diese erzählten uns, daß sie kein Feuer gefunden hätten, sondern dickes Wasser. Er ließ sie davon schöpfen und bringen.
21 Als nun alles zum Opfer gerüstet war, befahl Nehemias den Priestern, das Holz und die darauf liegenden Opfer mit dem Wasser zu begießen.
22 Als das geschehen war und nach Verlauf einiger Zeit die Sonne, die bis dahin von Wolken bedeckt war, hell erstrahlte, da entzündete sich zu aller Verwunderung ein großes Feuer.
23 Während das Opfer verzehrt wurde, verrichteten die Priester und alle Anwesenden ein Gebet. Jonatan betete vor, die anderen, wie auch Nehemias, stimmten ein.
24 Das Gebet aber lautete so: "Herr, Herr und Gott, du Schöpfer des Alls, furchterregend und stark, gerecht und erbarmungsreich, einziger König und Gnadenspender!
25 Nur du bist fürsorgend, nur du bist gerecht, alles beherrschend und ewig, der du Israel aus allem Ungemach errettest, der du unsere Väter zu Erwählten gemacht und geheiligt hast.
26 Nimm hin das Opfer für dein gesamtes Volk Israel, beschütze dein Erbteil und heilige es!
27 Führe uns Zerstreute wieder zusammen, befreie, die unter den Heidenvölkern als Knechte dienen, schau hin auf die, welche man verachtet und verabscheut! Dann werden die Heiden erkennen, daß du unser Gott bist.
28 Strafe die Unterdrücker und jene, die sich im Übermut brüsten!
29 Verpflanze dein Volk auf deinen heiligen Boden, wie Moses gesprochen hat!"
30 Die Priester aber sangen dazu die Preislieder.
31 Als nun die Opferstücke verzehrt waren, gab Nehemias die Weisung, auch das übrige Wasser über größere Steine zu gießen.
32 Als das geschehen war, loderte eine Flamme empor; sie wurde aber durch das vom Brandopferaltar her aufleuchtende Feuer verzehrt.
33 Sobald aber die Angelegenheit öffentlich kund wurde und man dem Perserkönig meldete, daß an der Stelle, wo die in Gefangenschaft geführten Priester das Feuer verborgen hatten, Wasser erschienen sei, mit dem die Leute des Nehemias die Opferstücke heiligten,
34 ließ der König den Tatbestand prüfen, den Ort umfrieden und zu einer heiligen Stätte machen.
35 Wem der König wohlwollend gesinnt war, denen ließ er reichliche Geschenke bereitstellen und zuteilen.
36 Die Leute des Nehemias aber bezeichneten das Wasser als Nephtar, d. h. Reinigung. Bei den meisten jedoch heißt es Nephtaj.
37 Man vergoß unschuldiges Blut rings um das Heiligtum; sie schändeten die heilige Stätte.
38 Ihretwegen flohen Jerusalems Bürger. Die Stadt wurde zu einem Wohnsitz für Ausländer. Ihren eigenen Söhnen wurde sie fremd, ihre Kinder verließen sie.
39 Ihr heiliger Bezirk ward der Wüste gleich, ihre Feste verwandelten sich in Leid, ihre Sabbate in Schmach, ihre Ehre in Hohn.
40 Wie sehr sie früher geglänzt, so wurde sie jetzt entehrt; ihre Hoheit wandelte sich in Trauer.
41 Da ordnete der König für sein ganzes Reich schriftlich an, daß alle Bewohner zu einem einzigen Volk werden sollten.
42 Jedes Volk sollte seine besonderen Bräuche aufgeben! Alle Völker nahmen die Weisung des Königs an.
43 Auch vielen in Israel gefiel seine Religion; sie opferten den Götzenbildern und schändeten den Sabbat.
44 Da sandte der König durch Boten Sendschreiben nach Jerusalem und in die Städte Judas, man solle sich nach den Sitten der Ausländer richten,
45 Brand-, Schlacht- und Trankopfer aus dem Heiligtum fernhalten, die Sabbattage und Feste schänden,
46 das Heiligtum und seine heiligen Diener entweihen,
47 dafür Opferhöhen, Haine und Götzentempel errichten, Schweine und unreine Tiere opfern,
48 die Söhne unbeschnitten lassen und sich selbst mit allem Unreinen und Schandbaren beflecken.
49 So sollten sie das Gesetz vergessen und alle Satzungen abschaffen.
50 Wer immer der Anordnung des Königs zuwiderhandle, müsse sterben.
51 Gemäß all diesen Richtlinien gab er schriftliche Anweisung für sein ganzes Reich. Er bestellte Aufseher über das ganze Volk und befahl den Städten Judas, Opfer darzubringen, und zwar Stadt für Stadt.
52 Viele aus dem Volk - jeder, der vom Gesetz abfiel - schlossen sich ihnen an und verrichteten Übeltaten im Land.
53 Sie nötigten Israel dazu, sich in Schlupfwinkeln aller Art versteckt zu halten.
54 Am fünfzehnten Kislew des Jahres 145 ließ der König über dem Brandopferaltar einen verwüstenden Greuel aufbauen, und in den Ortschaften über ganz Juda hin errichtete man Höhenheiligtümer.
55 An den Türen der Häuser und auf den freien Plätzen räucherte man.
56 Die Buchrollen des Gesetzes, soweit man sie fand, riß man entzwei und verbrannte sie.
57 Wo immer bei jemandem sich eine Bundesrolle fand oder wer immer am Gesetz festhielt, wurde durch königliches Gericht mit dem Tod bestraft.
58 So gingen sie mit aller Schärfe gegen Israel vor, gegen alle, die man Monat für Monat in den Städten ertappte.
59 Am fünfundzwanzigsten des Monats Kislew opferte man auf dem Altar, der auf dem Brandopferaltar stand.
60 Die Frauen aber, die ihre Söhne beschneiden ließen, verurteilte man vorschriftsmäßig zum Tod.
61 Die Kinder hängte man ihnen um den Hals. Ebenso tötete man ihre Angehörigen sowie jene, welche die Beschneidung vornahmen.
62 Viele Israeliten aber waren starkmütig und fest dazu entschlossen, nichts Unreines zu essen.
63 Lieber wollten sie sterben als sich an den Speisen verunreinigen und den heiligen Bund entweihen. Sie nahmen den Tod auf sich.
64 Ein gewaltiges Zorngericht lag auf Israel.