SCRUTATIO

Freitag, 4 September 2026 - Santa Rosalia ( Letture di oggi)

Das zweite Buch der Makkabäer 15


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Pattloch BibelEINHEITSUBERSETZUNG BIBEL
1 Nikanor aber erfuhr, daß die Truppen des Judas sich in den Orten Samarias befanden. Er faßte den Entschluß, sie am Ruhetag anzugreifen, weil das ungefährlich war.1 Nikanor erfuhr, dass Judas sich mit seinen Männern in der Gegend von Samaria aufhielt; da beschloss er, sie ohne jede Gefahr am Ruhetag anzugreifen.
2 Die Juden, die ihm zwangsweise folgten, sprachen zu ihm: "Auf keinen Fall vernichte sie so grausam und barbarisch! Halte den Tag in Ehren, den der Allsehende von Anfang an mit Heiligkeit ausgezeichnet hat!"2 Aber die Juden, die gezwungen waren, ihn zu begleiten, sagten: Bring sie doch nicht um, als seist du ein wildes Tier oder ein Barbar. Halte den Tag in Ehren, der von dem, der die ganze Welt überblickt, in besonderer Weise mit Heiligkeit ausgezeichnet wurde.
3 Der gänzlich Verruchte fragte: "Gibt es denn im Himmel diesen Herrscher, der angeordnet hat, daß man den Sabbat halte?"3 Der dreimal Verfluchte fragte, ob es im Himmel wirklich einen Herrscher gebe, der befohlen habe, den Sabbat zu begehen.
4 Sie erklärten in aller Offenheit: "Der lebendige Herr selbst ist ein Herrscher im Himmel, der befahl, daß man den siebten Tag feiere."4 Sie bekannten: Der lebendige Herr selbst, der Herrscher im Himmel, hat angeordnet, den Sabbat zu halten.
5 Jener aber antwortete: "Und ich bin ein Herrscher auf Erden und befehle, daß man die Waffen ergreife, um die königlichen Belange durchzuführen." Gleichwohl war er nicht imstande, seinen schändlichen Willen durchzusetzen.5 Da erwiderte er: Und ich bin der Herrscher auf der Erde; ich befehle, die Waffen zu ergreifen und zu tun, was das Staatswohl verlangt. Dennoch gelang es ihm nicht, seinen verbrecherischen Plan auszuführen.
6 In all seinem Stolz und Hochmut hatte Nikanor beabsichtigt, ein öffentliches Denkmal seines Sieges über die Truppen Judas zu errichten.6 Nikanor, der in seinem Stolz seinen Kopf hoch trug, hatte beschlossen, öffentlich ein Denkmal seines Sieges über die Männer des Judas zu errichten.
7 Der Makkabäer aber vertraute ohne Unterlaß mit aller Zuversicht darauf, vom Herrn Hilfe zu erlangen.7 Der Makkabäer aber hörte nicht auf, sein Vertrauen und all seine Hoffnung auf die Hilfe des Herrn zu setzen.
8 Er redete den Seinen zu, vor den heranrückenden Truppen der Heidenvölker keine Furcht zu haben. Sie sollten sich doch die Fälle vor Augen führen, in denen ihnen tatsächlich vom Himmel Hilfe zuteil geworden war, und auch jetzt darauf hoffen, daß ihnen der Sieg durch den Allmächtigen zuteil würde.8 Er ermahnte seine Männer, sich vor den anrückenden Heiden nicht zu fürchten. Sie sollten daran denken, wie der Himmel ihnen in der Vergangenheit geholfen habe; auch jetzt dürften sie vom Allherrscher den Sieg erwarten.
9 Er redete auf sie ein mit Worten aus dem Gesetz und den Propheten. Auch rief er die Kämpfe in Erinnerung, die sie bereits hinter sich hatten, und feuerte so ihren Mut an.9 Mit Worten aus dem Gesetz und aus den Propheten flößte er ihnen Mut ein, erinnerte sie auch an die Kämpfe, die sie schon bestanden hatten, und stärkte so ihren Kampfesmut.
10 Er richtete ihre Gemüter auf, wies noch auf die Treulosigkeit der Heidenvölker und ihren Eidbruch hin und erteilte seine Befehle.10 Nachdem er ihre Begeisterung geweckt hatte, spornte er sie noch weiter an, indem er sie daran erinnerte, wie die Heiden die Verträge nicht gehalten und ihre Schwüre gebrochen hatten.
11 So wappnete er einen jeden von ihnen, und zwar nicht mit dem Schutz von Schilden und Speeren, sondern mit vortrefflichen Worten des Trostes, und erfreute noch dazu alle, indem er einen ganz glaubwürdigen Traum, eine Erscheinung, erzählte.11 So wappnete er jeden von ihnen, nicht mit der Sicherheit, die Schild und Lanze verleihen, sondern mit dem Mut, den rechte Worte entfachen. Auch erzählte er ihnen einen überaus glaubwürdigen Traum, der alle sehr erfreute.
12 Das Traumgesicht aber sah so aus: Der ehemalige Hohepriester Onias, ein edler und trefflicher Mann, bescheiden im Umgang, von gütigem Wesen, würdevoll in seinen Reden und von Jugend auf jeder Tugend beflissen, betete mit ausgestreckten Händen für die gesamte Gemeinde der Juden.12 Er hatte folgendes gesehen: Ihm war der frühere Hohepriester Onias erschienen, ein edler und gerechter Mann, bescheiden im Umgang, von gütigem Wesen und besonnen im Reden, von Kindheit an in allem aufs Gute bedacht; dieser breitete seine Hände aus und betete für das ganze jüdische Volk.
13 Danach sei in der gleichen Haltung ein anderer Mann erschienen mit grauem Haar und ehrwürdigem Aussehen, von wundersamer, ganz prächtiger Hoheit umstrahlt.13 In gleicher Haltung erschien dann ein Mann mit grauem Haar, von herrlicher Gestalt; der Glanz einer wunderbaren, überwältigenden Hoheit ging von ihm aus.
14 Onias habe das Wort ergriffen und erklärt: "Dies ist der Freund der Brüder, der fleißig für das Volk und die Heilige Stadt betet, Jeremias, der Prophet Gottes!"14 Onias begann zu reden und sagte: Das ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk und die heilige Stadt betet, Jeremia, der Prophet Gottes.
15 Jeremias habe seine rechte Hand ausgestreckt und dem Judas ein goldenes Schwert überreicht und dazu gesagt:15 Dann streckte Jeremia die rechte Hand aus und übergab ihm ein goldenes Schwert; dabei sagte er:
16 "Nimm das heilige Schwert als Gottesgeschenk! Mit ihm sollst du die Feinde schlagen!"16 Nimm das heilige Schwert, das Gott dir schenkt. Mit ihm wirst du die Feinde schlagen.
17 Durch die herrlichen Worte des Judas, die geeignet waren, zur Tapferkeit anzuspornen und die Herzen junger Leute mit Mannesmut zu erfüllen, wurden alle bestärkt. Man beschloß, kein Lager zu beziehen, sondern mutig anzugreifen, mit ganzem Krafteinsatz sich in den Kampf zu stürzen und die Sache zur Entscheidung zu bringen, weil die Stadt, das Heiligtum und der Tempel in Gefahr seien.17 Die Worte des Judas gaben ihnen Zuversicht; denn sie waren sehr schön und hatten die Kraft, zur Tapferkeit anzuspornen und die Jugend mit männlichem Mut zu erfüllen. Man beschloss, kein Lager zu beziehen, sondern kühn anzugreifen und mit allem Mut im Kampf Mann gegen Mann die Entscheidung herbeizuführen; denn die Stadt, die Religion und das Heiligtum seien in Gefahr.
18 Sie hatten weniger Sorge um Weib und Kind sowie um Brüder und Verwandte; ihre größte und erste Sorge ging um den geweihten Tempel.18 Sie fürchteten weniger um Frauen und Kinder, um Brüder und Verwandte als um die Heiligkeit des Tempels.
19 Auch die in der Stadt Zurückgebliebenen hatten nicht geringe Angst. Sie waren in Unruhe wegen der Schlacht auf offenem Felde.19 Die in der Stadt Zurückgebliebenen waren hauptsächlich in Angst wegen des Angriffs draußen auf offenem Feld.
20 Alle erwarteten die bevorstehende Entscheidung; die Feinde hatten sich schon zusammengezogen, das Heer war in Schlachtordnung aufgestellt, die Elefanten hatten an einem passenden Ort Stellung bezogen; auf beiden Flügeln stand die Reiterei geordnet.20 Alle warteten, dass die Entscheidung falle. Schon hatten die Feinde sich vereinigt und ihr Heer rückte geordnet vor; die Elefanten wurden aufgestellt, wo es am günstigsten war; die Reiterei verteilte sich auf die Flügel.
21 Der Makkabäer sah die versammelte Übermacht, die verschiedenartige Ausstattung mit Waffen und die Wildheit der Tiere. Da streckte er seine Hände zum Himmel aus und schrie zum wundertätigen Herrn; erkannte er doch, daß es nicht auf Waffen ankommt, sondern daß Gott denen, die er für würdig hält, den Sieg verleiht.21 Der Makkabäer sah, wie die Massen der Feinde dastanden, die verschiedenen Waffengattungen, die zur Wildheit gereizten Tiere. Da erhob er seine Hände zum Himmel und rief zum Herrn, der Wunder vollbringt. Denn er wusste, dass es nicht auf die Waffen ankommt, sondern dass denen der Sieg zufällt, die Gott für würdig erachtet.
22 Sein Gebetswort aber lautete: "Du, o Gebieter, hast zur Zeit des judäischen Königs Ezechias deinen Engel gesandt. Vom Heer des Sanherib hat er an die 185 000 Mann vernichtet.22 Dabei sprach er dieses Gebet: Unser Herrscher, du hast zu Hiskija, dem König von Juda, deinen Engel gesandt und er erschlug im Heer Sanheribs hundertfünfundachtzigtausend Mann.
23 Sende auch jetzt, du Herrscher im Himmel, einen gütigen Engel vor uns her, um Furcht und Schrecken zu verbreiten!23 Herrscher im Himmel, sende auch jetzt einen guten Engel vor uns her, damit er Furcht und Schrecken verbreitet.
24 Durch deinen starken Arm laß niederstürzen, die gegen dein heiliges Volk lästernd heranziehen!" Mit diesen Worten schloß er.24 Vor deinem gewaltigen Arm sollen alle erschrecken, die lästernd gegen dein heiliges Volk heranziehen. So sprach er.
25 Die Truppen des Nikanor rückten unter Trompetenschall und Schlachtgesängen vor.25 Die Truppen Nikanors rückten mit Trompetengeschmetter und Kampfliedern vor.
26 Mit Gebet und Flehrufen begegneten die Leute um Judas den Feinden.26 Die Leute des Judas dagegen griffen die Feinde unter Beten und Flehen an.
27 Mit den Händen kämpften sie, mit den Herzen aber beteten sie zu Gott. Nicht weniger als fünfunddreißigtausend Mann streckten sie nieder; sie waren hoch erfreut über die sichtbare Hilfe Gottes.27 Mit den Händen kämpften sie, im Herzen beteten sie zu Gott. Mindestens fünfunddreißigtausend Mann streckten sie zu Boden, hocherfreut, dass Gott sich so sichtbar offenbarte.
28 Sie hatten ihre Kampfespflicht erfüllt und zogen frohlockend ab. Da gewahrten sie, daß Nikanor in seiner vollen Waffenrüstung gefallen dalag.28 Schon war der Kampf beendet und sie wollten voller Freude aufbrechen, da entdeckten sie Nikanor, der in seiner Rüstung erschlagen dalag.
29 Nun erhob sich ein Schreien und Lärmen, und sie priesen den Herrn in ihrer Muttersprache.29 Es gab ein großes Geschrei und Getümmel und sie priesen den Herrn in der Sprache ihrer Väter.
30 Judas aber, der unter vollem Einsatz von Leib und Leben in der vordersten Reihe für die Mitbürger gekämpft und der von Jugend auf seinen Stammesbrüdern immer Wohlwollen bewahrt hatte, befahl, dem Nikanor den Kopf abzutrennen und die Hand mitsamt dem Arm nach Jerusalem zu bringen.30 Judas, der immer mit Leib und Seele für seine Mitbürger gestritten hatte, der von Jugend an seinen Landsleuten herzlich zugetan war, gab den Befehl, ihm den Kopf und eine Hand mitsamt dem Arm abzuschlagen und nach Jerusalem zu bringen.
31 Dort angekommen, rief er seine Stammesgenossen zusammen. Die Priester stellte er vor dem Altar auf und ließ die Burgbesatzung herkommen.31 Sobald er dort angekommen war, rief er seine Landsleute zusammen und befahl den Priestern, sich vor dem Altar aufzustellen; auch schickte er Boten zu der Besatzung der Burg.
32 Er zeigte ihnen das Haupt des schändlichen Nikanor und die Hand des Lästerers, die er gegen den heiligen Tempel des Allmächtigen mit anmaßenden Worten ausgestreckt hatte.32 Dann zeigte er den Kopf des Verbrechers Nikanor und die Hand des Lästerers, die dieser prahlend gegen das heilige Haus des Allherrschers ausgestreckt hatte.
33 Die Zunge des gottlosen Nikanor ließ er abschneiden und ihre Stücke den Vögeln vorwerfen; die Vergeltung für seine törichten Reden (nämlich die abgehauene Hand) ließ er dem Tempel gegenüber aufhängen.33 Die Zunge des ruchlosen Nikanor ließ er herausschneiden, zerstückeln und den Vögeln zum Fraß vorwerfen; den Arm ließ er vor dem Tempel aufhängen als Zeichen des bestraften Wahnsinns.
34 Zum Himmel gewandt, priesen alle den Herrn, der sich so deutlich offenbarte, und riefen: "Gepriesen sei er, der seine Stätte unverletzt erhalten hat!"34 Alle priesen den Herrn im Himmel, der seine Macht so sichtbar gezeigt hatte, und riefen: Gepriesen sei der, der seinen Ort vor der Entweihung bewahrt hat.
35 An der Burg aber ließ er den Tierkopf des Nikanor aufhängen, damit es allen ein sichtbarer und klarer Beweis für die Hilfe des Herrn sei.35 Den Kopf Nikanors hängte Judas an die Burg als ein für alle sichtbares und offenkundiges Zeichen der Hilfe des Herrn.
36 Einstimmig faßten sie den gemeinsamen Volksbeschluß, diesen Tag nicht ohne Feier zu lassen, sondern festlich zu begehen am 13. des zwölften Monats - auf syrisch Adar -, also einen Tag vor dem Mordekajtag.36 In einer öffentlichen Abstimmung beschlossen alle einstimmig, diesen Tag nicht ohne Feier vergehen zu lassen, sondern ihm einen besonderen Rang zu verleihen; es ist der dreizehnte Tag des zwölften Monats, der auf aramäisch Adar heißt, der Tag vor dem Mordechai-Tag.
37 So verliefen die Ereignisse um Nikanor, und von jener Zeit ab ward die Stadt von den Hebräern als Eigentum behauptet. Hiermit will auch ich meine Erzählung schließen.37 Das waren die Ereignisse, die mit Nikanor zusammenhingen. Seit jener Zeit blieb die Stadt im Besitz der Hebräer. Darum höre ich hier mit der Erzählung auf.
38 Wenn sie gut und geschickt abgefaßt ist, so ist erreicht, was ich wollte. Ist sie aber schwach und nur mittelmäßig, so tat ich doch, was ich konnte.38 Ist sie gut und geschickt erzählt, habe ich mein Ziel erreicht; ist sie aber schlecht oder mittelmäßig - ich habe mein Bestes getan.
39 Es bekommt nämlich nicht gut, nur Wein oder reines Wasser für sich allein zu trinken; Wein aber, mit Wasser gemischt, mundet köstlich und erzeugt angenehmen Wohlgeschmack. Ebenso ist eine schön abgefaßte Erzählung ein Ohrenschmaus für die, welche den zusammengestellten Bericht vernehmen. Damit sei nun geschlossen.39 Es ist gleich ungesund, unvermischten Wein oder pures Wasser zu trinken. Wein mit Wasser vermischt hingegen schmeckt vorzüglich. Ähnlich hängt es auch vom Aufbau der Erzählung ab, ob sie den Geist des Lesers erfreut, dem dieses Buch in die Hände kommt. Damit will ich schließen.