SCRUTATIO

Montag, 13 Juli 2026 - Santa Clelia Barbieri ( Letture di oggi)

Das zweite Buch der Makkabäer 11


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Pattloch BibelVULGATA
1 Nur kurze Zeit danach bot der königliche Vormund und Vetter Lysias, der auch Reichsverweser war und sich über die geschehenen Dinge schwer ärgerte,1 Sed parvo post tempore, Lysias procurator regis et propinquus, ac negotiorum præpositus, graviter ferens de his quæ acciderant,
2 etwa achtzigtausend Mann auf, dazu die ganze Reiterei, und zog gegen die Juden. Seine Absicht war, die Stadt Jerusalem den Griechen zum Wohnort zu geben,2 congregatis octoginta millibus, et equitatu universo, veniebat adversus Judæos, existimans se civitatem quidem captam gentibus habitaculum facturum,
3 den Tempel genauso wie die anderen Heiligtümer der Heiden steuerpflichtig zu machen und das Hohepriestertum alljährlich zu verkaufen.3 templum vero in pecuniæ quæstum, sicut cetera delubra gentium, habiturum, et per singulos annos venale sacerdotium :
4 In keiner Weise berücksichtigte er dabei die Macht Gottes, verließ sich vielmehr auf die Zehntausende seines Fußvolkes, auf die Tausende von Reitern und auf die achtzig Elefanten.4 nusquam recogitans Dei potestatem, sed mente effrenatus in multitudine peditum, et in millibus equitum, et in octoginta elephantis confidebat.
5 Er drang in Judäa ein, näherte sich Betsur, einer starken Festung, die von Jerusalem etwa hundertfünfzig Stadien entfernt war, und bedrängte sie stark.5 Ingressus autem Judæam, et appropians Bethsuræ, quæ erat in angusto loco, ab Jerosolyma intervallo quinque stadiorum, illud præsidium expugnabat.
6 Als nun die Truppen des Makkabäers erfuhren, daß Lysias die Festungen belagerte, flehten sie bittend und weinend gemeinsam mit dem Volk zum Herrn, daß er einen gütigen Engel zur Rettung Israels entsende.6 Ut autem Machabæus et qui cum eo erant cognoverunt expugnari præsidia, cum fletu et lacrimis rogabant Dominum, et omnis turba simul, ut bonum angelum mitteret ad salutem Israël.
7 Der Makkabäer aber griff als erster zu den Waffen und ermunterte die anderen, zusammen mit ihm allen Gefahren zum Trotz ihren Brüdern zu Hilfe zu kommen; dann brachen sie vertrauensvoll miteinander auf.7 Et ipse primus Machabæus, sumptis armis, ceteros adhortatus est simul secum periculum subire, et ferre auxilium fratribus suis.
8 Während sie noch in der Nähe Jerusalems waren, erschien ein Reiter in weißem Gewand. Er zog ihnen voran, goldene Waffen schwingend.8 Cumque pariter prompto animo procederent, Jerosolymis apparuit præcedens eos eques in veste candida, armis aureis hastam vibrans.
9 Gemeinsam priesen sie alle den gnädigen Gott. Sie waren seelisch gestärkt und bereit, nicht nur mit Menschen, sondern auch mit den wildesten Tieren und eisernen Mauern fertigzuwerden.9 Tunc omnes simul benedixerunt misericordem Dominum, et convaluerunt animis : non solum homines, sed et bestias ferocissimas, et muros ferreos parati penetrare.
10 Geordnet zogen sie weiter. Sie hatten ja vom Himmel her einen Mitstreiter, da der Herr sich ihrer erbarmte.10 Ibant igitur prompti, de cælo habentes adjutorem et miserantem super eos Dominum.
11 Wie Löwen stürzten sie sich auf die Feinde und töteten ihrer elftausend Mann und dazu tausendsechshundert Reiter. Alle aber nötigten sie zur Flucht.11 Leonum autem more impetu irruentes in hostes, prostraverunt ex eis undecim millia peditum, et equitum mille sexcentos :
12 Die meisten von ihnen konnten sich nur verwundet und ohne Waffen in Sicherheit bringen. Auch Lysias selbst konnte sich nur durch schmachvolle Flucht retten.12 universos autem in fugam verterunt, plures autem ex eis vulnerati nudi evaserunt. Sed et ipse Lysias turpiter fugiens evasit.
13 Da er nicht unvernünftig war, dachte er über seine erlittene Niederlage nach und mußte einsehen, daß die Hebräer deswegen unbesiegbar sind, weil der allmächtige Gott ihr Mitstreiter ist.13 Et quia non insensatus erat, secum ipse reputans factam erga se diminutionem, et intelligens invictos esse Hebræos, omnipotentis Dei auxilio innitentes, misit ad eos :
14 Er sandte Leute ab und bot unter lauter gerechten Bedingungen Frieden an; auch wolle er den König dazu überreden und nötigen, ihr Freund zu werden.14 promisitque se consensurum omnibus quæ justa sunt, et regem compulsurum amicum fieri.
15 Der Makkabäer gab zu allem, was Lysias anregte, seine Zustimmung; denn er war auf den Nutzen bedacht. Mit dem, was der Makkabäer bezüglich der Juden dem Lysias schriftlich vorgeschlagen hatte, erklärte sich der König einverstanden.15 Annuit autem Machabæus precibus Lysiæ, in omnibus utilitati consulens : et quæcumque Machabæus scripsit Lysiæ de Judæis, ea rex concessit.
16 Der Brief aber, den die Juden von Lysias erhielten, lautete folgendermaßen:16 Nam erant scriptæ Judæis epistolæ a Lysia quidem hunc modum continentes : Lysias populo Judæorum salutem.
17 "Lysias entbietet der Judenschaft seinen Gruß. Eure Gesandten Johannes und Absalom haben das von euch angefertigte Schriftstück überreicht und um Bescheid gebeten wegen der darin gemachten Vorschläge.17 Joannes et Abesalom, qui missi fuerant a vobis, tradentes scripta, postulabant ut ea quæ per illos significabantur, implerem.
18 All das, was auch dem König vorgetragen werden mußte, habe ich berichtet. Und er willigte ein in den Stücken, die annehmbar sind.18 Quæcumque igitur regi potuerunt perferri, exposui : et quæ res permittebat, concessit.
19 Wenn ihr also dem Staate gegenüber Wohlwollen bewahrt, dann will ich meinerseits auch für die Zukunft versuchen, euch Wohltaten zu erwirken.19 Si igitur in negotiis fidem conservaveritis, et deinceps bonorum vobis causa esset, tentabo.
20 Der Einzelheiten wegen habe ich ihnen und auch meinen Leuten Auftrag gegeben, sich mit euch zu besprechen.20 De ceteris autem per singula verbo mandavi et istis, et his, qui a me missi sunt, colloqui vobiscum.
21 Lebt wohl! Am vierundzwanzigsten Tag des Dioskur (= Xanthikus) im hundertachtundvierzigsten Jahr."21 Bene valete. Anno centesimo, quadragesimo octavo mensis Dioscori, die vigesima et quarta.
22 Der Brief des Königs hatte folgenden Wortlaut: "König Antiochus entbietet seinem Bruder Lysias seinen Gruß!22 Regis autem epistola ista continebat : Rex Antiochus Lysiæ fratri salutem.
23 Unser Vater ist unter die Götter versetzt worden. Wir wollen aber, daß die Leute des Reiches in ihrer Sorge für die eigenen Angelegenheiten nicht beunruhigt werden.23 Patre nostro inter deos translato, nos volentes eos qui sunt in regno nostro sine tumultu agere, et rebus suis adhibere diligentiam,
24 Nun hörten wir aber, daß die Juden der von unserem Vater verlangten Umstellung auf griechische Lebensweise nicht zustimmen, sondern ihre eigene Lebensweise weiterführen wollen und darum bitten, daß ihnen die eigenen Gesetze zugestanden werden.24 audivimus Judæos non consensisse patri meo ut transferrentur ad ritum Græcorum, sed tenere velle suum institutum, ac propterea postulare a nobis concedi sibi legitima sua.
25 Da wir auch dieses Volk nicht beunruhigen wollen, verordnen wir, daß ihnen der Tempel wiedergegeben werde und daß sie nach den von ihren Vorfahren ererbten Sitten leben dürfen.25 Volentes igitur hanc quoque gentem quietam esse, statuentes judicavimus templum restitui illis, ut agerent secundum suorum majorum consuetudinem.
26 Du wirst also am besten daran tun, zu ihnen Gesandte zu schicken und ihnen die Friedenshand zu reichen, damit sie unseren geneigten Willen einsehen, guten Mutes seien und sich freudig der Übernahme ihrer eigenen Aufgaben widmen."26 Bene igitur feceris, si miseris ad eos et dexteram dederis : ut cognita nostra voluntate, bono animo sint, et utilitatibus propriis deserviant.
27 Der Brief des Königs an das Volk lautete: "König Antiochus entbietet dem Hohen Rat der Juden und allen anderen Juden seinen Gruß.27 Ad Judæos vero regis epistola talis erat : Rex Antiochus senatui Judæorum, et ceteris Judæis salutem.
28 Wenn es euch wohlergeht, so freut uns das. Auch uns selbst geht es gut.28 Si valetis, sic estis ut volumus : sed et ipsi bene valemus.
29 Menelaus hat uns mitgeteilt, daß ihr (aus Jerusalem) zurückkehren und euch euren eigenen Angelegenheiten zuwenden wollt.29 Adiit nos Menelaus, dicens velle vos descendere ad vestros, qui sunt apud nos.
30 Allen, die bis zum dreißigsten Xanthikus (April) heimkehren, sei es frei gestattet mit der Versicherung,30 His igitur qui commeant usque ad diem trigesimum mensis Xanthici, damus dextras securitatis,
31 daß die Juden ihre eigenen Speisegebräuche und Gesetze wie ehedem haben sollen. Niemand von ihnen soll auf irgendeine Art wegen der vorgekommenen Vergehen belästigt werden.31 ut Judæi utantur cibis et legibus suis, sicut et prius : et nemo eorum ullo modo molestiam patiatur de his quæ per ignorantiam gesta sunt.
32 Zugleich sende ich euch den Menelaus, der euch weiter gut beraten wird.32 Misimus autem et Menelaum, qui vos alloquatur.
33 Lebt wohl! Am fünfzehnten Xanthikus im hundertachtundvierzigsten Jahr."33 Valete. Anno centesimo quadragesimo octavo, Xanthici mensis quintadecima die.
34 Auch die Römer schickten an sie einen Brief folgenden Inhalts: "Die römischen Gesandten Quintus Memmius und Titus Manius entbieten dem Judenvolk ihren Gruß.34 Miserunt autem etiam Romani epistolam, ita se habentem : Quintus Memmius et Titus Manilius legati Romanorum, populo Judæorum salutem.
35 Dem, was der königliche Verwandte Lysias mit euch vereinbart hat, stimmen auch wir bei.35 De his quæ Lysias cognatus regis concessit vobis, et nos concessimus.
36 Über Angelegenheiten aber, die nach seinem Urteil dem König vorzutragen sind, beratet euch und schickt uns gleich einen Boten, damit wir sie zu euren Gunsten darlegen können! Denn wir sind auf dem Wege nach Antiochien.36 De quibus autem ad regem judicavit referendum, confestim aliquem mittere, diligentius inter vos conferentes, ut decernamus, sicut congruit vobis : nos enim Antiochiam accedimus.
37 Darum schickt eiligst einige Leute, damit auch wir erfahren, welcher Meinung ihr seid!37 Ideoque festinate rescribere, ut nos quoque sciamus cujus estis voluntatis.
38 Lebt wohl! Am fünfzehnten Xanthikus im hundertachtundvierzigsten Jahr."38 Bene valete. Anno centesimo quadragesimo octavo, quintadecima die mensis Xanthici.